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ATPL, Airline Transport Pilot License, Verkehrspilotenlizenz
ist die Königsklasse unter den Pilotenlizenzen. Nur mit dieser Lizenz ist es erlaubt, Verkehrsflugzeuge zu fliegen.
Flugzeuge also, die aufgrund ihrer Zulassungsvorschrift eine Besatzung von mindestens zwei Piloten benötigen.
Und dazu gehören nicht nur die bekanntesten Muster wie Boeing 737 oder Airbus A320.
Die Verantwortung ist groß. Hundert Passagiere und mehr vertrauen Ihnen auf jedem Flug ihr Leben an.
Der Kapitän ist laut Gesetz die höchste Autorität und trifft alle Entscheidungen eigenverantwortlich.
Um sicher zu stellen, dass die Ausbildung zum Verkehrspiloten positiv durchlaufen werden kann,
sind zunächst in der Luftverkehrs Zulassungsordnung (LuftVZO) klar festgelegte Voraussetzungen zu erfüllen:
Gesundheit
Ein fliegerisches Tauglichkeitszeugnis erster Klasse muss vor Beginn der Ausbildung vorliegen.
Die Erstuntersuchung darf nur in einem Aeromedical Center durchgeführt werden, Verlängerungsuntersuchungen
von jedem dafür zugelassenen Fliegerarzt. Ausschlusskriterien können z.B. Diabetes, Herzprobleme oder
notwendige Augenkorrekturen welche 5,0 Dioptrien übersteigen, sein.
Fachliche Voraussetzungen
Ausreichende Kenntnisse in Mathematik, Physik und Englisch müssen vorhanden sein, um dem Unterricht folgen zu können.
Hier ist es nicht wichtig, einen 'guten' Shakespeare in schlechtes Deutsch zu übertragen, sondern Sie müssen
ein Gerüst aus Wortschatz und Grammatik mitbringen, welches wir um achthundert bis eintausend Fachbegriffe erweitern,
so dass Sie in der Lage sind, den Funksprechverkehr auf Englisch durchzuführen, mit Ihrem Copiloten während des
Fluges alle fachlichen und nach dem Flug private Dinge auf englisch zu besprechen.
In Physik ist Quantenphysik unwichtig, Sie müssen jedoch in Mechanik und Elektrizitätslehre sattelfest sein.
In Mathematik brauchen Sie ein gutes Gefühl für Zahlen und Plausibilitäten, müssen Dreisätze lösen können.
Im Rahmen ihrer Qualitätssicherung überprüft die VPS diese Voraussetzungen nicht selbst,
sondern lässt sie von einem unabhängigen Sachverständigen überprüfen.
Zuverlässigkeit
Sie dürfen nicht rechtskräftig verurteilt worden sein, erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften
verstoßen haben oder regelmäßig Alkohol, Medikamente oder Rauschmittel missbrauchen.
Sie müssen eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach §7 Luftsicherheitsgesetz vorlegen.
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung zum Verkehrspiloten dauert in der Regel zwischen 18 Monaten und zwei Jahren. Die Höchstdauer liegt bei 36 Monaten.
Ausbildung Theorie
Sie erhalten Unterricht in den Fächern:
Air Law
Airframe and Systems
Electrics
Power Plant
Emergency Equipment
Flight Instruments
Automatic Flight Control Instruments
Warning and Recording Equipment
Power Plant & Systems Monitoring Instruments
Mass and Balance
Performance
Flight Planning and Monitoring
Human Factors
Physiology
Psychology
Meteorology
General Navigation
Radio Navigation
Operational Procedures
Principles of Flight
Communications
Prüfung Theorie
In Deutschland findet die theoretische Prüfung zum Verkehrspiloten zentral für alle Flugschüler beim Luftfahrt- Bundesamt
in Braunschweig statt und erstreckt sich über drei Tage.
Ausbildung Praxis
Insgesamt erhalten Sie mindestens 195 Stunden praktische Ausbildung. Die Grundschulung findet auf zwei- und viersitzigen
Flugzeugen der Marke 'Cessna' statt. Das viersitzige Flugzeug, eine Cessna 172, Baujahr 2009, ist bereits wie
ein modernes Verkehrsflug mit Glasscockpit ausgerüstet und wird sowohl im letzten Teil der Sichtflugausbildung,
wie auch im ersten Teil der Instrumentenflugausbildung eingesetzt. Die abschließende Instrumentenflugausbildung findet
auf Beechcraft Bonanza (BE33) und Diamond DA42 Twin Star statt.
Diese Flugzeuge fliegen über 300 km/h schnell und erlauben
somit eine maximale Anzahl von Lerninhalten pro Unterrichtsstunde. Als Flugsimulator (FNPT) verwenden wir einen DA42
Simulator des französischen Herstellers Alsim (alsim.com) mit 180° Sichtsystem und original Garmin G1000 Glasscockpit.
Simulator und zweimotoriges Prüfungsflugzeug sind also nicht nur 'ähnlich', sondern entsprechen sich auf den Millimeter.
So ist ein positiver Lerntransfer von Simulator zu Flugzeug sichergestellt!
Wir schulen ausschließlich vom Verkehrsflughafen Berlin - Schönefeld. Wir sind überzeugt, dass zukünftige Verkehrspiloten
von Anfang an lernen müssen, in dem 'Haifischbecken' zu Schwimmen, in dem sie auch später ihr Geld verdienen wollen.
Für unsere Schüler ist der anspruchsvolle Funkverkehr eines Verkehrsflughafens genauso Alltag, wie sich hinter einer Boeing 737
zum Start anzustellen und vor einem Airbus A 320 zu landen.
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